Die im Kern mittelalterliche Burg Forchtenstein ist seit beinahe 400 Jahren in Esterházy-Besitz und in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel. Um den Besuchern dieser majestätisch über der Landschaft thronenden Burg auch eine attraktive Infrastruktur anbieten zu können, wurde mit dem „Grenadier“ im Bereich der Roten Bastei eine neue Gaststätte errichtet, die sich in das geschichtsträchtige Ambiente der Burg dezent einfügt.
Das neue Lokal, das zeitgemäße Anforderungen und Funktionen efüllt, ordnet sich durch den Einsatz authentischer Materialien wie Holz, dunkles Metall und Keramik der einzigartigen Atmosphäre der historischen Umgebung unter, ohne dabei auf seine gestalterische Eigenständigkeit zu verzichten: Es ist ein Lokal, das die Geschichte der Burg in einer heutigen Gestaltungssprache weitererzählt. Die Besucher erleben das Restaurant als Vermittler zwischen alter Patina und modernem Design.
Von außen beinahe unsichtbar hinter die Burgmauern gesetzt, öffnet sich das Bauwerk im denkmalgeschützten Bereich zum äußeren Burghof über eine Fassade mit großen hölzernen Schiebefenstern. Die alten eisenbeschlagenen Tore der Burg standen Pate für die Fassade mit den dunklen, überlappenden Stahlblechplatten, die durch einen Klappmechanismus teilweise oder vollständig geschlossen werden können, sodass das Gebäude auch bei geschlossenem Gastronomiebetrieb in den Wintermonaten als zurückhaltendes jedoch attraktives Objekt wahrgenommen wird. Die Fassade bietet so je nach Schließzustand unterschiedliche Anblicke, wobei der Eindruck der Wehrhaftigkeit im geschlossenen Zustand verstärkt wird.

Historisches Handwerk wird neu interpretiert; es ist gleichzeitig ein Garant für einen gemütlichen Aufenthalt in der Gaststätte. Im Inneren definieren Holz und die integrierte kräftige steinerne Burgmauer die Atmosphäre der klar strukturierten Räume. Die Decke des langgestreckten Gastraumes ist mit Altholz verschalt. Massive Eiche in Naturtönen wurde für Sitzbänke und Böden gewählt.

Küche, Service- und Sanitäreinheiten sind mit handgeschlagenen, graublauen Keramikkacheln verkleidet, die von den Oberflächen der historischen Burg inspiriert sind. Vorhänge mit changierenden Oberflächen in starken Farben bringen eine kräftige Note in die Raumatmosphäre. Im anschließenden historischen Bastei-Turm befinden sich der etwas tiefer liegende große Gewölberaum und die darüber liegende Turmstube, die sich auf eine Terrasse mit eindrucksvoller Aussicht über die Landschaft öffnet.

          

          

 

 

 

Datum

August 2015

Auftraggeber

Burg Forchtenstein Betriebs GmbH

Projektbeteiligte

Gemeinsam mit Lindner Architektur ZT GmbH

Baysics Consulting und Management GmbH
Fourth minute lighting design

Fotos: Paul Szimak

BWM Team

Birgit Eschenlor, Angela Aschauer, Kathrin Baumgartner, Marlene Gesierich, Massimiliano Marian