Das Wiener Juweliergeschäft A.E. Köchert am Hohen Markt geht auf einen Entwurf des Ringstraßen-Architekten Theophil Hansen aus dem Jahr 1873 zurück und gehört damit zu den ältesten Verkaufslokalen der Stadt. Die heute einzigartige Kombination aus Geschäft, Beratungslokal und Salon stellt einen originalen Typus der Wiener Baukultur der Gründerzeit dar. Die denkmalgeschützten historischen Räume wurden bei laufendem Betrieb erneuert, die Einrichtung re-desingt und mit einer zeitgemäßen, kundenfreundlichen Infrastruktur versehen.

Die Umbauten wurden in enger Zusammenarbeit mit Bauherrn und Denkmalamt vorgenommen. Eine besondere Herausforderung bestand in der kompletten Erneuerung von sämtlichen sicherheits- und klimatechnischen Anlagen.

Man betritt das Geschäft durch den historischen Verkaufssalon, in dem noch heute originale Elemente der Hansen-Ausstattung vorhanden sind. Die sich anschließenden Schau- und Beratungsräume wurden durch neue Wanddurchbrüche geöffnet. Gläserne Vitrinen umkleiden die Durchgänge. Gedämpfte Grautöne fassen das Interieur zu einer neuen architektonischen Einheit und beruhigen den Raum. Die Beleuchtung passt sich dem historischen Schichtenprinzip an: Die Leuchtenobjekte von Lichtdesignerin Megumi Ito setzen radikal neue Akzente, während vorhandene Deckenluster die Idee des Salons weitertragen.

Über eine gusseiserne Wendeltreppe erreicht man das Obergeschoß mit der historischen Werkstatt, wo auch heute noch exklusiv die Schmuckstücke für A.E. Köchert gefertigt werden. Hier erinnern wertvolle Handwerksobjekte an die Betriebsgeschichte von Köchert.

 

 

 

Datum

November 2015

Auftraggeber

A. E. Köchert Juweliere GmbH

BWM Team

Birgit Eschenlor, Katrin Maria Stefanzl

Fotos: © Christoph Panzer