Das Etablissement Gschwandner ist als eines der wenigen erhaltenen vorstädtischen Vegnügungsetablissements des 19. Jahrhunderts ein Ort von großer kulturhistorischer Bedeutung. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist eines von wenigen erhaltenen Beispielen einer vorstädtischen Alltagskultur der Jahrhundertwende.

Versteckt hinter den Gründerzeitblöcken blieb mit dem Gschwandner – in dem sich der Wiener Heurige der Vororte mit den vornehmen, innerstädtischen Ballsälen zu einer neuen Form von Vergnügungsstätte verbunden hat – ein Stück vom „Alten Wien“ erhalten. Hier spiegelt sich bis heute die Verwandlung Hernalsʼ von einem Dorf in den Weinbergen zu einem Stadtteil und die Verwandlung Wiens von einer mittelalterlichen Stadt zu einer Metropole wider. Was heute als ein Zeichen vergangener Zeiten da steht, ist demnach eigentlich eine „Station eines permanenten Veränderungsprozesses“, der unvermeidlich und auch notwendig ist, damit Orte wie das Gschwandner weiterleben können und nicht als romantisch verklärte Veduten verfallen.

Um diesem Stück Wien aus der Vergangenheit eine Zukunft zu geben, soll die Wiederbelebung des Gschwandner die Produktion von Neuem mit der Wahrnehmung und der Bewahrung von Altem zu einer Synthese bringen und so den überlebenswichtigen Veränderungsprozess mit heutigen Mitteln und Ansprüchen weiter fortführen.

www.gschwandner.at

 

Datum

Dezember 2013

Auftraggeber

Dr. Jelitzka + Partner Immobilien

Projektbeteiligte

Fotograf: Carl Anders Nilsson